Empfehlungen für einen historischen Stadtrundgang
Rundgang
Ausgangspunkt für den historischen Stadtrundgang ist die
"Burg Ziesar", vorbei am Spielplatz, über den Klostersteig, zum Breiten Weg und zur Schloßstraße, zum Mühlentor und schließlich zurück zum Ausgangspunkt, der "Burg Ziesar"!
Erweiterungsmöglichkeiten
• Abzweig
vom Klostersteig
• vom
Breiten Weg über Fußweg am Grünen Wallgraben zur Schulstraße
• vom
Breiten Weg über Badstraße zur Otto-Altenkirch-Straße zum Petritor
Die Burg
Der Sage
nach eine „Burg mit sieben Türmen und ebenso vielen Brücken, Mauern und
Gräben“. Die Wehranlage, deren älteste Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen,
geht auf eine slawische Befestigung zurück. Die Anlage entspricht einer
typischen Randhausburg mit freistehendem Bergfried.
Der innere
Burghof ist umschlossen von der Burgkapelle, dem Torhaus, dem ehemaligen Palas
mit angrenzendem, heute zweigeschossigen Gebäudeteil und dem ehemaligen
Internatsgebäude im Süden des Hofes, das unter Einbeziehung von Resten der
Burgmauer erst um 1860 in seiner heutigen Größe errichtet wurde. Die Westseite
war, ablesbar an der Südwand der Kapelle, bis zum Brand 1857 ebenfalls durch
ein Gebäude geschlossen.
Die Burgkapelle
1470
geweiht, ersetzte einen Vorgängerbau. Original erhaltene, reich verzierte,
spätgotische Fassade aus rotem Backstein, neogotischer Westgiebel und gut
erhaltene, hochwertige und farbenfrohe Gewölbe- und Wandmalereien aus der Zeit
um 1500.
Sandsteinrelief
und hölzerner Christus an der Altarwand, hölzerne Marienfigur aus dem 15. Jh. in
der Westecke.
Der Bischöfliche Wohnbau, auch
Palas genannt
Repräsentations-
und Wohngebäude. War ursprünglich zweigeschossig: Im Erdgeschoss ein
zweischiffiger, mit Kreuzrippen überwölbter Saal mit hohen Fenstern, im
Obergeschoss Wohnräume.
Im 18. Jh.
unter dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. grundlegende Veränderung zum
heutigen Aussehen durch Umbau zum Amtshaus in Form eines Barocken Herrenhauses:
regelmäßig angeordnete Fensteröffnungen, Änderungen der Geschosseinteilung und
Grundrisse.
Im Innern sind Reste wertvoller mittelalterlicher Malereien und der
Fußbodenheizungen aus dem 14. und 15. Jh. erhalten.
Beherbergt
seit Mai 2005 das Museum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte des
Mittelalters.
Der Bergfried
Um 1200 aus
Granitquadern errichtet. Mauerdicke im Erdgeschoss 3,75 m. Diente einst als
Zuflucht für die Burgbewohner über einen Zugang auf etwa 10 m Höhe. Heute
führen 141 Stufen in 35 m Höhe zur sogenannten Bischofsmütze, nach 1528 im
Renaissancestil errichtet. In den Zinnenflächen Wappenschilder von Bischof
Matthias von Jagow (16.Jh.). Im 19. Jh. von der benachbarten Stärkefabrik als
Schornstein genutzt. Der Eingang wird von einer Statue bewacht.
Schöner
Blick über die Stadt und Umgebung. Seit der Restaurierung 2000 für Besucher
wieder zugänglich.
Der Storchenturm
Errichtet im
15.Jh. Letzter erhaltener Teil der ehemaligen Vorburg und neben dem Bergfried
erhaltener mittelalterlicher Wehrturm. Maueransätze der Vorburgbefestigung noch
gut erkennbar. Auffällige Verzierungen mit schwarzen Ziegeln. Das Verlies im
unteren Teil des Turmes soll 1413-1416 Gefängnis des Ritters Jaspar Gans Edler
Herr zu Putlitz gewesen sein. Von dieser Begebenheit handelt übrigens Karl Mays
Erzählung "Wildwasser".
Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster
Um 1335
gegründet. Die mittelalterlichen Gebäudeteile mit Backsteingiebel datieren aus
dem 14. Jh. Umbauten zur Nutzung als Amts- und Wohngebäude nach Auflösung des
Klosters unter Veränderung der Raumaufteilung und barocken Fenstern- und
Türgestaltung Mitte 16. Jh. Aus dieser Bauphase stammen auch der Volutengiebel
und das Renaissanceportal. Der an der Westfassade angebaute Fachwerkbau
entstand im 18. Jh., der Verbindungsbau zwischen Westfassade der Kirche und
ehemaligem Klostergebäude im Jahr 1860.
Die Anhaltsche Stiftung
Das barocke
Gebäude entstand im 18.Jh. als Stiftung des Generals von Anhalt zur
Verbesserung des Schulwesens.
Die Stadtkirche "Heilig Kreuz"
Im 13 Jh.
aus Feldsteinen erbaute einschiffige spätromanische Kirche mit eindrucksvollem,
querrechteckigenWestturm. Ostteile der Kirche spätgotisch in Backstein und mit
Kreuzgewölbe verändert. Um 1860 vor allem im Innenraum weitreichende bauliche
Eingriffe: weißer Anstrich, neue Pflasterung, größere Fenster, neue Emporen,
Freitreppe. In der Westwand des Kirchturmes befindet sich der heute zugemauerte
Zugang aus dem anschließenden Klostergebäude der Zisterzienserinnen auf die
frühere Nonnenempore in der Kirche.
Die "Alte Schule", Breiter Weg 4
Da die Stadt
über kein eigenes Schulhaus verfügt, wurde der Unterricht vom 17. bis 19. Jh.
in verschiedenen Gebäuden im Umkreis der Heilig-Kreuz-Kirche gehalten, unter
anderem in der Anhaltschen Stiftung, das schon um 1800 als Schule bezeichnet
wurde. Erst 1906 Bau eines eigenen Schulhauses in der Schulstraße.
Das Rathaus, Breiter Weg 32
Nach dem
Stadtbrand 1789 errichtetes Bürgerhaus, 1828 zum Rathaus umgebaut. Mit
neugotischem Schmuckgiebel und historischem Maßwerk.
Das
ursprüngliche Rathaus an unbekannter Stelle im Breiten Weg, wo sich einst auch
ein Roland befand, war 1673 niedergebrannt und nicht wieder errichtet worden –
150 Jahre lang hatte die Stadt kein ständiges Ratsgebäude.
Der Breite Weg
Entlang der
ehemaligen Heer- und Handelsstraße angerartig angelegt, erfüllte der Breite Weg
(ehemals Marktstraße) schon seit der Entstehung der Siedlung die Funktion des
Marktplatzes.
Breiter Weg 26
Ein Zeugnis
der alten giebelständigen Bebauung: Fachwerkgebäude
aus dem 18.Jh.
Der Wohnsitz des Generals von
Anhalt, Otto-Altenkirch-Straße 1
Ende des 18.
Jh. auf dem Grund und Boden des Ritterguts Bardeleben errichtetes Wohnhaus des
Generals von Anhalt. Wie das Gut hatte das Haus Amtsfreiheit und stand nicht
unter der Verwaltung und Gerichtsbarkeit der Stadt.
Die "Alte Post",
Otto-Altenkirch-Straße 16
Postmeisterei
der nach dem Dreißigjährigen Krieg eingerichteten Postlinie "Clevescher Kurs"
von Königsberg über Berlin, Brandenburg und Magdeburg nach Kleve (1649-1818).
Das Haus Friedrichs des Großen,
Mühlentor 16
1775 in
barocken Stil für König Friedrich II. von Preußen als Reiseunterkunft
errichtet, jedoch nie von ihm bewohnt - aus Ärger über den Architekten, der
sich auf dem Grundstück gegenüber (Otto-Altenkirch-Straße 17) vom Honorar ein
noch größeres Haus errichtete.
Das Rittergut von Bardeleben,
Frauentor 15
Einer von
mehreren Freihöfen, 1550 als Lehen des Bischofs an die von Bardeleben
übereignet. Das Wohnhaus, ein schönes Fachwerkhaus, wurde Ende des 16. Jh.
errichtet. Es ist neben der Burg der älteste erhaltene Profanbau der Stadt. Der
Besitz ging Mitte des 19. Jh. an die Familie Albrecht über. Enteignung 1945 im
Zuge der Bodenreform. Heute Nutzung als KITA.
Das Gericht, Schulstraße
Klinkerbau
von 1913. Seit 1948 Nutzung als Schule.
Die Schule, Schulstraße
Roter
Gründerzeit-Klinkerbau von 1906.
Das Armenhaus, Petritor 29
Errichtet
1900 für die Stadtarmen (die bis dahin zum Teil im St.-Georgs-Hospital - seit
1666 vor dem Frauentor - untergebracht waren) auf dem Grundstück der früheren
Petrikirche und des alten Hospitales (bis 1660).
Das St.-Georgs-Hospital, Frauentor
23
Erbaut um
1894 gegenüber dem ursprünglichen St.-Georgs-Hospital, an dessen Stelle sich
heute eine Grünanlge mit Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges befindet.
Das Gebäude dient seit 1945 als Altenheim.