F - wie Freiheit
Premiere eines Dokumentarfilmes über das Schicksal der politisch inhaftierten Edeltraud Eckert Schülerinnen und Schüler des von Saldern-Gymnasiums der Stadt Brandenburg an der Havel erarbeiteten in Kooperation mit dem Stadtmuseum Brandenburg an der Havel ein Projekt, dass sich mit dem Leben der ehemaligen Brandenburger Schülerin Edeltraud Eckert befasst. Edeltraud Eckert (Jahrgang 1930) ist durch die Kriegswirren aus dem damaligen oberschlesischen Hindenburg als Mädchen mit ihrer Familie in die Stadt Brandenburg gekommen. Hier ging sie zur Schule und legte an der Wredow-Oberschule 1949 ihr Abitur ab. Schon während der Schulzeit offenbarte sich ihre ausgesprochene Neigung zur Lyrik und zum Schauspiel. Als Pädagogikstudentin der Humboldt-Universität Berlin transportierte sie Flugblätter mit der Aufschrift „Freiheit“ für die von Westberlin aus operierende „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ (KgU). Daraufhin wurde die Zwanzigjährige im Mai 1950 in Potsdam durch die deutsche Polizei verhaftet, an die sowjetischen Behörden überstellt und durch das sowjetische Militärtribunal - in der Haftanstalt Lindenstraße 54 - in einem Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Verteidiger, wegen „Sabotage“, zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. Während ihrer Inhaftierung in den Frauengefängnissen Waldheim und Hoheneck wurde ihr aufgrund guter Führung der Besitz eines Notizbüchleins gestattet, dem wir heute 101 überlieferte Gedichte und Lieder aus der Feder Frau Eckerts verdanken. Ihre Lyrik lässt eindeutig ein Talent aus unserer Heimatstadt erkennen und der Film soll daran erinnern. Ob dieses Talent zu großem Ruhm gelangt wäre, lässt sich nur erahnen, da ihr junges und unerfülltes Leben durch einen Arbeitsunfall während der Haftzeit, kurz vor der geplanten Amnestie im Jahre 1955 ein tragisches Ende fand. Mit Hilfe dieses bewusst gewählten Einzelschicksals in der frühen DDR-Zeit, verbunden mit Aussagen anderer Mithäftlinge und von heute noch lebenden Mitschülern wollen die jungen Filmemacher Jugendlichen, aber auch allen anderen Interessenten einen Einblick in diese Zeit gewähren. Eine Zeit, die eben auch von Intoleranz und Gewalt gegenüber anders denkenden Jugendlichen geprägt war. Im Mittelpunkt dieses Dokumentarfilmes stehen natürlich die Schicksale der Menschen in den Gefängnissen, aber es wird auch die Frage gestellt, warum wussten oder wollten so viele Menschen damals nichts von der Verfolgung politisch anders Denkender wissen? Wichtig war den Filmemachern zu zeigen, wie können Gedichte, Literatur und Musik helfen, die Einsamkeit und Erniedrigungen zu überwinden. Für die Umsetzung des Filmprojektes holten sich die Schüler und ihre Betreuer professionelle Hilfe – Filmregisseur ist der Schweizer Roland Zumbühl, Absolvent der Wiener Filmhochschule.
Die Filmpremiere findet am 30. September 2008, um 19.00 Uhr im Brandenburger Theater im Großen Saal statt. Anschließend findet eine Podiumsdiskussion mit den Filmemachern und Protagonisten statt.