Gollwitz an der Havel
Gollwitz ist seit dem Jahre 2003 ein Ortsteil der Stadt Brandenburg an der Havel. Der 1375 erstmals im Landbuch Kaiser Karl IV. erwähnte Ort liegt etwas abseits der bundesstraße 1 in der Havelmulde mitten in dem wiesenreichen Niederungsgebiet des früheren Zauchelandes. Das eigentliche Dorf ist errichtet worden im nordwestlichen Teil der einst 11,96 m² großen Gollwitzer Gemarkung, am Fuße des dort in der Niederung hineinragenden Sandrückens (Mühlenberg, 37 m ü.d.M.), sowie dicht an der großen, fischreichen Havelabzweigung, die seit alters her "Krumme Havel" heißt und heute durch ein Landschaftsschutzgebiet fließt.
Gollwitz entwickelte sich nach der Wende von 1989 zu einem exponierten Wohngebietsstandort. Ausschlaggebend dafür waren einerseits die Ruhe (kein Durchgangsverkehr, kaum Gewerbe, vorrangig Landwirtschaft), andererseits die herrliche Natur und die Nähe zum Wasser, sowie die schnelle Erreichbarkeit des Einkaufszentrums Wust (2 km) und des Stadtkerns (6 km). Der Ortsteil hat heute ca. 500 Einwohner.
Zum Ortskern gehören die nachstehend aufgeführten unter Denkmalschutz stehenden Gebäude und Anlagen:
1. Die Kirche, ein mehrfach erweiterter und erneuerter Feldsteinbau aus der vorreformatorischen Zeit.
2. Das Schloss, bis 1945 Herrensitz der Adelsfamilie von Rochow, jetzt in Besitz der Stiftung Schloss Gollwitz innerhalb der treuhänderischen Verwaltung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD).
3. Das Mausoleum, die spätere Leichenhalle, ein 1851 errichteter rechteckiger Putzbau in Formen der Schinkelschule.
4. Das alte Magazin, ein zum ehemaligen Rittergut gehörender Speicher aus dem 19. Jahrhundert, neuerdings zum Wohnsitz umgebaut und in Privatbesitz.
5. Der Gutspark (Flächendenkmal), ein etwa 3,5 ha großer, vermutlich in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegter Landschaftspark.
Quellen:
1.) Gollwitz - Beiträge zur Geschichte des Haveldorfes, Berlin, 1940, von Karl Sydow
2.) 625 Jahre Gollwitz an der Havel, Hrsg. Gemeinde Gollwitz, Verfasser W. Heine