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Den Markennamen Brannabor gaben die Gebrüder Reichstein im Jahre 1892
ihren Fahrrädern. Anlass war die erste nationale Fahrrad-Ausstellung in
Leipzig. Damals galt Brennabor noch als Name der Stadt zur Slawenzeit.
Als der Stadthistoriker Otto Tschirch diesen Irrtum zehn Jahre später
aufklärte, hatten die Rechsteins den Namen längst in die Welt getragen
und etabliert.
Viele technische Innovationen begründeten den Ruhm der
Brennabor-Werke, über Jahrzehnte Europas größte Kinderwagenfabrik und
Mitte der 1920er-Jahre Deutschlands größte, bis 1927/28 zweitgrößte
Automobilfabrik. Auch bei den Fahrrädern zählte das Unternehmen, das
bis zu 8.000 Menschen Lohn und Brot gab, zu den Großen. Tausende von
Zwangsarbeitern mussten im Zweiten Weltkrieg bei der Brennabor AG und
dem Tochterbetrieb Havelwerke GmbH arbeiten. Das Ende kam mit dem
Einmarsch der Roten Armee im April 1945.
Die Ausstellung "Brennabor in Brandenburg", seit August 2002 im
Industriemuseum zu sehen, zeigt einen Abriss der Firmengeschichte und
bietet mit einer Vielzahl von Exponaten einen repräsentativen Blick
über die Produktpalette. Initiiert wurde sie von den Sammlern und
privaten Brennabor-Forschern der Interessengemeinschaft Brennabor,
realisiert in Kooperation mir dem Industriemuseum, dem Stadtmuseum und
dem Deutschen Technikmuseum Berlin. Von dort stammt die Perle der
dauerhaften Ausstellung - die wahrscheinlich letzte noch existierende
Brennaborette von 1908. Das motorisierte Lastendreirad war bei
Brennabor das Bindeglied zwischen Motorrad und Auto.