Donnerbart und Blitzschlag
Wussten Sie, dass „Donnerbart" vor Blitzschlag schützen soll?
Das
Standbild des Roland, das seit Mitte des 15. Jahrhunderts die Stadt Brandenburg
an der Havel beschützt, trägt auf seinem Haupt ein von den Einheimischen so
genanntes „Vogelnest". Wahr aber ist, dass in der Mulde auf seinem Kopf der
Donnerbart (Dach-Hauswurz) wächst. Dies soll der Legende nach vor Blitzschlag
schützen.
Ob
unser Roland jemals Erfahrungen mit Blitz und Donner gemacht hat, ist uns nicht
bekannt.
Bekannt
ist aber, dass ihn neben seinem Donnerbart auch eine Plattenrüstung schmückt,
er in der rechten Hand ein Schwert trägt und mit der Linken seinen Dolch
umfasst. Mit dieser Erscheinung symbolisiert der 5,35 Meter hohe Roland das
Stadtrecht, also die Eigenständigkeit einer Stadt mit Marktrecht und eigener
Gerichtsbarkeit und somit auch der Freiheit.
Rolandfiguren
gibt es nicht nur hier in der Stadt Brandenburg an der Havel, sondern vor allem
im ganzen nord- und ostdeutschen Raum. Der bekannteste ist dabei vielleicht der
Roland aus Bremen. Über die deutschen Landesgrenzen hinaus existieren weitere
Statuen in Mitteleuropa, Kroatien und Lettland. Nachbildungen findet man sogar
in den USA und Brasilien.
Der
Roland von Brandenburg an der Havel wurde 1474 auf dem Marktplatz der Neustadt
aufgestellt und zog 1716 zum ersten Mal um. Da die aus Sandstein gefertigte
Figur die preußischen Garnisonstruppen beim Exerzieren störte, wurde das
Neustädtische Rathaus neuer Standort. Während des Zweiten Weltkrieges wurde
„Roland" in ein außerhalb der Stadt gelegenes Gut ausgelagert und vergraben. So
wurde er vor der Zerstörung gerettet, die 1945 das Neustädtische Rathaus
betroffen hatte. Nach Ende des Krieges bezog er dann im Jahr 1946 seinen bis
heute gültigen Standort vor dem Altstädtischen Rathaus.
Dort
betont er die städtische Eigenständigkeit und natürlich passend zum Rathaus, in
dem sich seit einiger Zeit wieder der Amtssitz des Stadtoberhauptes befindet,
auch die wirtschaftliche Prosperität.
Vermutlich
schon im Jahr 1402 hatte der steinerne Roland einen hölzernen Vorgänger. Damit
gehört der Roland in der Havelstadt zu den ältesten Figuren dieser Art in
Deutschland - aber nicht nur das, denn sicher ist er auch einer der schönsten!
Sogar
einen Zwillingsbruder hat der Beschützer von Brandenburg an der Havel: Eine
Kopie des Rolands aus unserer Stadt wurde 1905 für das Märkische Museum in
Berlin hergestellt und wacht seit dieser Zeit vor dem Museumsportal.
(Quelle: Wikipedia)