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Reiseführer  Sehen & Erleben  Sehenswertes  Dom, Kloster & Kirchen  Dom St. Peter & Paul  Geschichte des Brandenburger Doms

Die Geschichte des Brandenburger Doms

Die Geschichte des Brandenburger Doms beginnt im 10. Jahrhundert. Im Jahre 948 gründete König Otto I. das Bistum Brandenburg neben anderen  Missionsbistümern entlang der Elbe und Saale als Ausgangspunkte für die Slawenmission.

Beim großen Slawenaufstand von 983 ging das Bistum allerdings wieder verloren. 1147 siedelte der letzte Hevellerfürst Pribislaw einen Prämonstratenserkonvent an der St.-Gotthard-Kirche in der heutigen Altstadt von Brandenburg an.

Erst 1157 gelang Albrecht dem Bären, dem Markgrafen von Brandenburg, und dem Erzbischof Wichmann von Magdeburg die endgültige Rückeroberung der Brandenburg. Sie schufen damit die Voraussetzung zur Neugründung des Bistums. Im Jahre 1161 wurde schließlich der Konvent bei St. Gotthard zum Domkapitel erhoben.

In diesem 12. Jh. entstanden das Kloster der Prämonstratenser und als „Mutterkirche“ der Mark Brandenburg der ursprünglich romanische Dom. Im Inneren des Dom zeigen sich weitestgehend spätgotische Elemente. Romanische Reste sind vor allem an den Arkadenpfeilern des Hauptschiffes und in der Krypta erhalten geblieben.
Der Dom zu Brandenburg, den Aposteln Petrus und Paulus geweiht, ist das älteste erhaltene Bauwerk und Ausgangspunkt der Geschichte der Stadt Brandenburg an der Havel.

Er ist das erste, vollständig in unverblendetem Backstein ausgeführte Bauwerk der Mark Brandenburg. Seine Grundsteinlegung erfolgte am 11. Oktober 1165. Die ältesten Steinbauwerke der Mark (Fuß des Westwerkes der St. Gotthardt-Kirche der Brandenburger Altstadt und Westmauer der St. Petri-Kapelle am Brandenburger Dom) wurden noch mit Feldsteinen errichtet.

Mit dem Baubeginn siedelte der Prämonstratenserkonvent auf die Dominsel über. Bei der damaligen Wahl des Standortes entschied man sich für die höchstgelegene Stelle der Dominsel. Außerdem berücksichtigte man die Teilung des ehemaligen slawischen Burgbereiches in einen markgräflichen und einen bischöflichen Bezirk. Bevor der Dom Sitz des Brandenburger Bischofs wurde befand sich dieser für einige Zeit in der auf Königsgebiet liegenden St. Gotthardt-Kirche.

Der Bau des Brandenburger Doms auf der havelumgebenen Dominsel sollte jedoch in der Zukunft statische Probleme nach sich ziehen. Seine Fundamente sind teilweise auf den zugeschütteten Burggräben gelegt und gründen nicht tief genug. Setzungsbewegungen waren die Folge. Die statischen Probleme verstärkten sich, als in der Spätgotik die Schiffe eingewölbt wurden. Die Fundamente reichten nicht aus, um den Schub, den die Gewölbe auf die Wände ausübten, aufzufangen. Mehr und mehr wurden die Wände nach außen gedrückt, was zu Spannungen und Schäden in den Gewölben führte.

Der Dom war ursprünglich als einschiffige kreuzförmige Saalkirche im romanischen Stil geplant, welche in den folgenden Jahrzehnten, der ersten Hälfe des 13. Jahrhunderts, mit dem Ausbau des Längshauses, der Krypta und dem ersten Teil der Doppelturmfassade zu einer romanischen Basilika erweitert wurde. Aus der ersten Bauphase sind nur noch wenige Elemente erhalten geblieben.

Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert erfolgten gotische Um- bzw. Erweiterungsbauten. Die ursprünglich mit einer flachen Holzdecke versehen Schiffe wurden Anfang des 14. Jahrhunderts  bei gotischen Umbauten spitzbogig eingewölbt, es entstand ein Kreuzrippengewölbe. Der Hohe Chor wurde ebenfalls zu dieser Zeit umgestaltet.          In der Zeit um 1426-1460 erfolgte nun der Ausbau des Domes zur gotischen Hallenkirche.

Die Westfassade sollte zweitürmig ausgeführt werden, da einer Kathedralkirche zwei Türme zustanden, allerdings wurde lediglich der Nordturm errichtet. Im 17. Jahrhundert wurde der erst aus Holz bestehende Nordturm nun durch einen steinernen Turmaufbau ersetzt.

Das Langhaus wurde im spätromanischen-frühgotischen Stil errichtet und später mit zwei Seitenschiffen versehen. Das Langhaus zählt fünf, die Seitenschiffe jeweils sieben Joche bis zum Beginn der Vierung. Eine Besonderheit ist die unter dem Hohen Chor gelegene Krypta mit ihren romanischen Grotesken-Kapitellen, deren Anlage zu ihrer Entstehungszeit nicht mehr zeitgemäß war.

Im Jahr 1705 erfolgte die Gründung der später als Ritterakademie bezeichneten Bildungseinrichtung für die Zöglinge des Adels. 1871 wurde die Schule im  Westflügel des Klosters ausgebaut. 1937 musste der Schulbetrieb eingestellt werden, das Internat existierte noch einige Jahre weiter. 1945 wurde dann die so genannte Ritterakademie vollständig geschlossen.

Die Gebäude der am Dom angrenzenden Klosteranlage beherbergen heute unter anderem das Dommuseum. In ihm lagert unter anderem die Stiftungsurkunde des Brandenburger Bistums und die Urkunde mit der Ersterwähnung der Stadt Cölln (an der Spree). Auf dem Burghof stehen Häuser (Kurien), die den Domherren in späteren Zeiten zur Unterkunft dienten. Aus der Frühzeit der Bischofskirche ist eine bemerkenswerte Anzahl mittelalterlicher Grabplatten von Bischöfen und Pröbsten erhalten geblieben. Unter den Altären ist besonders der mit großem Aufwand restaurierte Lehniner Altar erwähnenswert. Im Hohen Chor findet sich ein etwa sechshundert Jahre alter Dreigiebelschrein zur Aufbewahrung liturgischer Tabernakel (Sakramenthäuschen), Chorgestühl und über dem Chorabschluss nach der Vierung hin eine große Kreuzigungsgruppe. Weiteres wertvolles Mobiliar aus dem Mittelalter findet sich im Dommuseum. Die Krypta beherbergt einen spätromanischen Heilig-Grab-Christus. Die so genannte Bunte Kapelle ist mit mittelalterlichen Malereien geschmückt.

In den Jahren von 1834 bis 1836 unternahm Karl Friedrich Schinkel Sanierungs- und Umbaumaßnahmen am Dom. Unter anderem verblendete er in neugotischem Stil den Westgiebel des Langhauses, der mit einem riesigen Davidstern geschmückt ist. Des weiteren wurde im Langhaus der Zugang zur Krypta mit einer breiten Treppe verlegt. Letztere Arbeiten wurden in den Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts rückgängig gemacht und die ursprüngliche romanische Ansicht wiederhergestellt. Dieses geschah neben umfassenden Sanierungsmaßnahmen an Dom und Klausur, in den Jahren von 1962-65.

Von 1996 bis 1999 wurden weitere umfangreiche Maßnamen zur Sicherung des Brandenburger St. Peter und Paul Doms vorgenommen. Nach intensiven Untersuchungen gingen die Architekten und Ingenieure mit modernster Technik und neuesten Methoden daran, eine dauerhafte Standfestigkeit des Dombauwerks zu sichern. Zwischenzeitig musste der Dom für die Öffentlichkeit ca. ein Jahr lang geschlossen bleiben.

1995 gründete sich der Förderverein „Dom zu Brandenburg“.

Ohne das beispielhafte Engagement des Fördervereins wäre die Lösung dieser großen bautechnischen Herausforderung und wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe nicht möglich gewesen. Seit seiner Gründung hat der Förderverein Spendenmittel in Höhen von ca. 3,32 Millionen Euro gesammelt und hauptsächlich für die Rettung des Domes zur Verfügung gestellt. Aber auch andere Sanierungs- und Restaurierungsvorhaben wurden mit diesen Spendenmitteln in den letzten Jahren unterstützt und gefördert. Dem derzeit ca. 300 Mitglieder starken Förderverein gehören zahlreiche namhafte Persönlichkeiten an, wie zum Beispiel Otto Graf Lambsdorff oder Altbundespräsident Richard von Weizsäcker.

Die Dominsel wird noch heute durch das Gebäudeensemble aus Dom, Klausur, Kurien und Nebengebäuden geprägt. Die Mauern und eng aneinander stehenden Häuser grenzen den Dombezirk von seiner Umgebung ab. Die unterschiedlichen Gebäude aus verschiedenen Zeiten vom Mittelalter bis ins 19. Jh. spiegeln die wechselvolle Geschichte des Bistums und Domstifts Brandenburg wider. Heute beherbergen Klausur und Kurien die Verwaltung des Domstiftes, das Amt für kirchliche Dienste, Wohnungen, einen evangelischen Kindergarten mit Hort und eine evangelische Grundschule.

Das Dommuseum Brandenburg zeigt in den mittelalterlichen Räumen des ehemaligen Prämonstratenser-Chorherrenstifts seinen umfangreichen Bestand an liturgischen Textilien, Altären, Büchern und Skulpturen aus der Zeit zwischen dem 13. und 16. Jh.

Die Ausstellung bietet zunächst eine historische Einführung. Faksimiles der wichtigsten Urkunden, Bücher und Dokumente erhellen die wechselhafte Geschichte des Bistums und des Domstifts von der ottonischen Gründung bis heute.

Die Erlösung der Menschheit durch den Tod Christi am Kreuz ist die zentrale Botschaft des Christentums. Sie wurde in der christlichen Kunst auf vielfältige Weise thematisiert. Einige Beispiele dafür sind in der Ausstellung zu sehen: Das Brandenburger Hungertuch, eine aufwendige Bildstickerei aus dem 13. Jh. beispielsweise der „volkreiche Kalvarienberg“, ein Tafelbild aus dem 15. Jh.

Viel Raum ist den liturgischen Gewändern, dem Herzstück des Museumsbestandes, gewidmet. Über 60 teilweise reich bestickte und aufwendig gestaltete Chormäntel, Kaseln und Dalmatiken geben einen Eindruck von der Feierlichkeit des mittelalterlichen Gottesdienstes. Gleichzeitig sind sie Zeugnisse tiefenchristlichen Glaubens und hoher künstlerischer Fertigkeit.

Weitere ausführliche Informationen finden Sie unter www.dom-brandenburg.de!

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