Fries der Tierköpfe in den Balkenlöchern auf der Nordseite des Plauer Torturms
Die Tierköpfe im Torturm folgen mittelalterlichen Darstellungen, wie z.B. im Brandenburger Dom an einer Säule und wurden im Jahre 2000 erstellt. Solche Tierdarstellungen gehören nicht in die Gruppe der Tierplastiken in zoologischen Gärten. Hier karikieren die Tiere sinnbildhaft menschliche Unzulänglichkeiten. In anderen Fällen verkörpern sie, z.B. als Wasserspeier an mittelalterlichen Bauten, Türme und Ängste in Form von Dämonen.
Die berühmtesten "Tiere" der Kunstgeschichte finden sich in Goyas "Caprichos" (1794-97). Dort stehen der Esel und der Affe, um menschliche Ungereimtheiten und Extravaganzen anzuklagen. Redewendungen und Fabeln belegen, die Sprache ist am besten geeignet, um menschliche Schwächen zu verspotten. Dies ist der Grund, warum Tiere statt Menschen in der bildenden Kunst nur in Ausnahmefällen dargestellt werden.
Wird die sinnbildliche Darstellung in der Grafik oder Plastik angewandt, ist sie zu überzeugenden Bildern fähig.